regioactive: Wie und wann wurde Hadouken! gegründet und wie kamt ihr auf den Bandnamen?
James: Wir kommen alle aus London, aber wir haben die Band dann vor dreieinhalb Jahren im Norden Londons gegründet. Der Name Hadouken! kommt vom Computerspiel "Street Fighter". Wir sind Fans von diesem Spiel und das Wort "Hadouken!" passte meiner Meinung nach sehr gut zu unserer Musik. Das Wort klingt für mich explosiv und energiegeladen und als solches auch nach düsterer Musik.
Bist du ein großer Fan von Computerspielen?
James: Ja, aber ich war es vor allem in meiner Jugend. Heute habe ich dafür leider kaum mehr Zeit. Aber ich bin ein großer Fan von vielen Nintendo-Games, Rennspielen und Plattformspielen. Sowas wie Mario Kart.
Euer neues Album heißt For The Masses. Was bedeutet der Albumtitel für dich?
James: Wir wollen damit zeigen, was die Musik in einer Live-Show bewirkt, wenn man auf Festivals oder auf einem großen Konzert vor vielen Leuten spielt. Unsere Musik ist dafür gemacht, um für viele Leute in der Masse gespielt zu werden.
Ihr macht Musik zwischen Elektro, New Rave, Rock und Grime. Wie würdest du aber eure Musik in deinen eigenen Worten beschreiben?
James: Wir mögen es nicht wirklich, unsere Musik selbst zu beschreiben, weil wir die Musik gerne von selbst sprechen lassen wollen. Aber ich würde sie als düstere Musik mit einer Sensibilität zur Rockmusik beschreiben. Denn unsere Musik hat zwar düstere Beats, aber besitzt auch Rock-Strukturen, die live gespielt werden sollten.
Was ist der Unterschied zwischen eurem neuen Album und eurem Debütalbum Music For An Accelerated Culture?
James: Der Unterschied ist, dass die Musik auf unserem neuen Album viel härter und rauer klingt. Und ich finde, die neue Platte klingt auch einzigartiger und besonderer, als es das letzte Album tat.
Viele Songtitel auf eurem Album klingen sehr negativ und düster. Zum Beispiel Lost, Evil, Ugly und Bombshock. Gibt es dafür einen Grund?
James: Ich denke, es reflektiert einen Teil der Musik. Es ist schwer zu erklären, warum man Musik macht. Man macht es einfach. Ich denke, es ist durchaus ein aggressives, aber eigentlich kein zu negatives Album geworden.
Viele Leute vergleichen euch mit The Prodigy. Was denkst du darüber? Denkst du, ihr seid die Erben von The Prodigy?
James: Nein, ich denke, wir sind nicht die Erben, sondern das Erbe ist die gesamte Musik, die jetzt gerade entsteht. Nicht nur eine Band ist der Erbe, sondern viele Bands sind Nachfolger dieser Musik. Aber wir sind natürlich große Fans von ihnen und freuen uns, mit ihnen verglichen zu werden.
Was denkst du über solche Vergleiche?
James: Wir mögen es, erst einmal unsere eigene Band zu sein und zu haben, aber wir werden natürlich auch von anderen Bands beeinflusst. Und The Prodigy sind eben einer der Haupteinflüsse. Jede Band wird beeinflusst und wir wurden u.a. von ihnen beeinflusst.
Eure Musik klingt, wie schon angesprochen, sehr kompromisslos und aggressiv. Aber wie bist du privat? Genauso aggressiv? Ich denke nicht, oder?
James: Nein, nicht wirklich. Ich denke, aus der Musik kommt eher eine positive Energie. So kann die Aggression auch eine positive Sache sein, aber die Musik reflektiert nicht wirklich die Persönlichkeiten in der Band.
In eurer Musik bekommt man auch viele Synthesizer und Samples zu hören. Wenn ihr im Studio seid, wie nehmt ihr eure Alben dann auf?
James: Wir probieren uns erst einmal aus und spielen zunächst ein bisschen an halbfertigen Songs herum, um dann ins Studio zu gehen und die Songs fertig zu schreiben und aufzunehmen. Am Anfang haben wir noch keine klare Idee, was wir produzieren wollen, aber das formt sich dann, wenn wir verstehen, was geht und gut klingt. Das prägt dann auch die Gestalt und den Charakter des Albums.
Auf dem Artwork eures neuen Albums kann man die große Erdkugel erkennen. Was soll dieses Artwork ausdrücken?
James: Ich mag dieses Artwork, weil ihm ein episches Gefühl innewohnt, da die Erde so unglaublich groß ist. Ich glaube, die Erde ist wahrscheinlich eine der größten Objekte, die wir kennen und verstehen wollen. Mir gefällt daran diese Explosivität und das spiegelt für mich den Sound des Albums sehr gut wider.
Ein Song von euch heißt Turn The Lights Out. Ist das eine Aufforderung an alle Partyleute, die Lichter auszumachen und so lange zu tanzen, bis man nicht mehr kann oder in Ekstase gerät? Bist du auch so ein Partymensch?
James: Ja, ich denke, das sind wir! Dieser Song ist sehr von unseren Liveshows und den Erfahrungen, die wir mit den Menschenmengen gemacht haben, beeinflusst.
Was für ein Gefühl oder welche Emotionen möchtet ihr in euren Liveshows erzeugen?
James: Wir versuchen Emotionen zu erzeugen, die man im Club haben könnte, wenn zum Beispiel eine Band spielt. So versuchen wir manchmal die Songs so ineinander zu mischen, dass unsere Konzerte manchmal fast wie ein DJ-Set klingen. Aber es gibt bei uns natürlich trotzdem real existierende Instrumente und Stimmen zu hören.
Ein anderes Thema, auf das ich zu sprechen kommen will, sind Musikdownloads. Was denkst du darüber?
James: Ich denke, so ist es, wie das Internet heute offensichtlich funktioniert. Aber du kannst die Fans ermutigen, deine Musik so viel wie möglich zu erwerben. Trotzdem müssen wir uns aber auch andere Wege offen halten, um Geld zu verdienen. Zum Beispiel mit Merchandising und durch Touren.
Und wie wichtig ist für dich als Musiker das Internet allgemein? Nutzt ihr soziale Plattformen und Communitys?
James: Wir benutzen das Internet genauso, wie es für unsere Generation schon fast normal ist. Es ist ein guter Weg, um seine Musik zu präsentieren und zu verbreiten. Ich glaube wir sind in fast allen dieser sozialen Plattformen unterwegs. Es ist eine gute Möglichkeit, um seine Fans zu erreichen, mit ihnen in Kontakt zu treten, sich mit ihnen zu unterhalten oder zu versuchen, ihnen auf Fragen zu antworten. Das unterstützen wir schon sehr lange und es half uns bei unserem Erfolg sehr. Das ist sowieso eine sehr positive Entwicklung, dass man kein Plattenlabel mehr braucht, um mit seinen Fans in Kontakt zu treten, sondern direkt mit ihnen Verbindung aufnehmen kann. Es hilft uns und ihnen auch. Deshalb versuche ich selbst auch möglichst viel Kontakt mit unseren Fans zu halten.
Und was sind eure Pläne für die Zukunft?
James: Nachdem wir unser Album veröffentlicht haben, werden wir erst einmal auf Tour durch Großbritannien, Europa, Amerika und Japan gehen. Damit werden wir in der nächsten Zeit erst einmal genug beschäftigt sein.
Vielen Dank für dieses Interview!

